Mann oh Mann © Dietmar Bittrich 1999
Seine 30 häufigsten Lügen

1. Ich rufe dich an.
2. Du hast unheimlich schöne Augen.
3. Du bist etwas ganz besonderes.
4. So verliebt war ich noch nie.
5. Ich dich auch.
6. Du bist die einzige.
7. Nein, ich bin nicht verheiratet.
8. Ich mag Kinder.
9. So gut habe ich mich lange nicht mehr unterhalten.
10. Oh, ich habe mein Geld zu Hause vergessen.
11. Der Scheck ist bereits unterwegs.
12. Treue ist das Wichtigste.
13. Charakter ist wichtiger als Schönheit.
14. Zwischen uns gibt es doch keine Probleme.
15. Ehrlich, das ist mir noch nie passiert!
16. Schmeckt wirklich gut!
17. Normalerweise trinke ich nicht so viel.
18. Deine Eltern sind sehr sympathisch.
19. Den Mixer repariere ich dir, keine Sorge.
20. Ich muß heute noch etwas länger arbeiten.
21. Ich war in einem ganz langweiligen Film.
22. Ich brauche Zeit, um mir über meine Gefühle klar zu werden.
23. Eine zu feste Bindung zerstört die Liebe.
24. Ich werde immer an dich denken.
25. Schade, daß du so weit weg wohnst.
26. Du bist einfach zu gut für mich.
27. Ich muß erst zu mir selbst finden.
28. Ich geh' nur mal schnell Zigaretten holen.
29. Es war sehr schön. Ich wünsche dir alles Gute.
30. Ich möchte nur, daß es dir gut geht.

Die 15 meistgenannten Dinge, die Männer abtörnen

1. Plüschtiere. Überall sitzen Bärchen, Äffchen, Schweinchen, Hunde aus strapazierfähigem Material. Vielleicht auch Puppen. Im Bett ein abgewetzter Teddy, tja, irgendwie rührend, aber insgesamt ist hier wohl noch die Klein-Mädchen-Phase angesagt. Besonders schwerwiegend: Der riesige rosa Elefant vom Jahrmarkt.
2. Babyfotos. Ihre ältere Schwester oder Freundin oder Cousine hat schon ein Baby. Und die Fotos von diesem und anderen unheimlich süßen Kleinen stehen gerahmt im Bücherbord oder kleben an der Pinnwand. Dem Mann wird bang. Will sie möglichst bald Mutter werden?
3. Appetitzügler. In der Küche liegen so komische Schachteln herum, auf denen schlanke Frauen abgebildet sind. Nicht viel besser macht sich eine Tüte mit Leinsamen oder Weizenkleie. Berechtigter Verdacht: Sie frißt wie süchtig Chips und wirft zum Ausgleich Wunderpillen ein.
4. Temperaturkurve. Neben dem Bett ein Thermometer. An der Wand ein Blatt, das an vergangene Mathestunden erinnert. Linien, Kästchen, Zahlen. Durch alles windet sich eine Kurve mit geheimnisvollen Abkürzungen: "u" oder "f" oder gar "GV". Heißt: Hier wird Sex mit Buchhaltung kombiniert.
5. Psycho-Literatur. Eigentlich nicht schlecht, wenn sie auch ein paar Bücher hat. Übel aber, wenn das lauter Ratgeber sind. Aus der therapeutischen oder esoterischen Ecke. Braucht sie das? Noch härter: feministische Basis-Literatur, Motto: Die Männer sind an allem schuld.
6. Poster. James Dean im Regen. Marky Mark in Unterhose. Filmstars und Teeniebands in knackigen Posen. Betet sie die an? Schwärmt sie noch so richtig babymäßig? Dann kann sie ja gleich noch ihre alten Pferdeposter danebenkleben.
7. Kondomschachteln. Ist ja gut, wenn sie sich Gedanken über Verhütung macht. Aber wenn die Schachteln so bunt herumliegen, kann einer schon ins Grübeln kommen. Führt sie irgendeine Testreihe durch? Mal nachsehen: Wahrscheinlich hängt ein benutztes noch im Papierkorb.
8. Tip-Top-Sauberkeit. Alles spitzenmäßig aufgeräumt, total ordentlich, gewischt, geputzt und abgeleckt. Einerseits eindrucksvoll. Andererseits steril. Egal, wo man sich hinsetzt, man hat das Gefühl, man beschmutzt was. Und wie macht sie wohl Sex? Mit einem Desinfektionsspray unter der Bettdecke?
9. Foto vom Ex. Manchmal ist es sogar eine Fotowand. Ist ja auch in Ordnung, daß sie nicht alle Erinnerungen verbrennt. Aber wenn das Foto auf dem Schreibtisch steht oder vom Bett aus besonders gut sichtbar ist, dann beflügelt das nicht. Dann stört das ein bißchen.
10. Duftlampe. Das ist so ein Gerät aus Steingut mit Teelicht drin und Tellerchen drauf. Und in das Tellerchen träufelt sie nun ein Öl, vorzugsweise "Ylang Ylang". Sie hat gelesen, das wirke romantisch und sogar erotisierend. In Wahrheit verbreitet es süßlichen Mief.
11. Schönheitsutensilien. Schön, wenn sie edle Parfums und ein paar Kosmetika hat. Aber es gibt so Zutaten, die sieht man ungern herumliegen: falsche Wimpern, falsche Fingernägel. Wirkt doch entschieden unfrisch. Fehlt nur noch das Haarteil.
12. Setzkasten. Sowas hat ein Mädchen mit fünfzehn. Wenn auch noch mit achtzehn, will sie nicht erwachsen werden. Will lieber die süßen kleinen Figürchen abstauben. Noch alarmierender ist allerdings das Nachfolgemodell: Die Vitrine mit geschliffenen Gläsern oder Porzellanfiguren.
13. Trockengestecke. Gemeint sind knisternd trockene Arrangements aus Strohblumen und Tannenzapfen, womöglich mit Schleifchen und Goldspray verziert. Oder auch ausgeblichene Rosen, die der Erinnerung an vergangenes Glück dienen. Da ist bereits die innere Oma am Werk.
14. Siffbett. Wenn das Bett so ein bißchen unordentlich ist, gut, sehr gut. Das ist einladender, als wenn es hotelmäßig glattgestrichen und festgezurrt ist. Aber wenn es so aussieht, als ob es riecht, wenn es so in Richtung Bio-Kompost geht, nee, dann nicht.
15. Eingeweichte Wäsche. Im Badezimmer steht ein Eimer, darin schwimmt Wäsche. Und zwar schon etwas länger. Vielleicht auch im Waschbecken. Das Wasser sieht trüb und dickflüssig aus. Die totale Härte. Auch nicht ermutigender: ausziehbarer Wäschehalter über der Badewanne mit Schlüpfern dran.

Zwölf sonderbare Praktiken naturnaher Männer

Die sogenannten primitiven Völker haben uns vieles voraus. "Nur ahnungsloser Hochmut konnte sie zur Zivilisation bekehren wollen", schreibt der Ethnologe Claude Levi-Strauss. "Von ihrer vitalen Wildheit, von ihrem Leben im Rhythmus der Natur können wir nur lernen." Das ist gewißlich wahr. Und doch stimmt uns die folgende Aufstellung naturnaher Praktiken ein wenig skeptisch. Die Liste, unter Ethnologen unumstritten, wurde exklusiv für dieses Buch erstellt von der Gesellschaft für bedrohliche Völker. Angesichts der dargestellten Riten halten wir es für angebracht, an gewissen Errungenschaften der sogenannten Zivilisation festzuhalten. Wie, war die Frage, gehen Trennungen von Mann und Frau bei Naturvölkern vonstatten?

1. Grönland. Der Inuit-Mann setzt die Frau auf eine Eisscholle und gibt ihr - der Scholle - einen leichten Tritt. Sie treibt ins offene Meer und schmilzt schließlich in wärmeren Gewässern.
2. Sahara. Der Beduine lädt seine Frau in der Wüste ab. Sie hockt sich am Rand des Karawan-Weges auf einen sogenannten Kraftpunkt, bis durch Flugsand eine Düne entstanden ist. Die Düne erleichtert nachfolgenden Nomadenzügen die Orientierung.
3. Australien. Bei den Aborigines setzt sich die Frau nach einem von ihr selbst bereiteten Abschiedsessen in eine sogenannte Winnie-Winnie, nämlich eine Windhose, und läßt sich vom Wirbelwind davontragen. Die Methode wird auch als Reise zu den Göttern umschrieben.
4. Papua-Neu Guinea. Der Kiwai-Mann bereitet aus den ausgekochten Haaren der Verstorbenen mit Wasser, Bananenbrei und den zerstoßenen Samen des Dango-Strauches ein wohlschmeckendes, moussierendes Getränk. Es hat tröstliche Wirkung und verleiht Kraft.
5. Kolumbien. Die Quimbaya setzen die Frau auf einen gleichalten Esel, den sie in die Wildnis treiben. Wo der Esel die Frau abwirft, entsteht nach altem Glauben eine Quelle. Die Wasserarmut ist dennoch nach wie vor ein großes Problem des Landes.
6. Nepal. Der Nepar-Mann führt seine alte Frau auf einen hohen Berg, wo sie von einem Grat auf eine Wolke umsteigt und wegfährt. Meist verschluckt die Wolke die eintretende Frau sofort, was von den Nepar als Vorzeichen für gutes Wetter gedeutet wird.
7. Bali. Ausgediente Frauen der Bali-aga werden einbalsamiert und als pittoreske Tempelfiguren aufgestellt. Der schwunghafte Handel mit diesen Tempelfiguren muß unter religiösen Gesichtspunkten als fragwürdig angesehen werden.
8. Mongolei. Die Kalmücken verarbeiten die besonders scharfen Zähne ihrer Frauen zu Pfeilspitzen.
9. Brasilien. Damit der Gott des Blitzes nicht ihr Dorf treffe, führen die Tupi-Indianer ihre alten Frauen bei heraufziehendem Gewitter auf umliegende Hügel, wo sie den Gott der Blitze anziehen und seine Kraft in den Boden ableiten.
10. Fidschi-Inseln. Beim Seefahrervolk der Rarotonga melden sich alte Frauen angeblich freiwillig, um sich als Bojen für Fischernetze zur Verfügung zu stellen.
11. Lappland. Der Samek-Mann verabschiedet sich zu Beginn des polaren Winters von seiner Frau. Sie stellt sich mit ausgestrecktem Arm am Weg aus und wird mit Wasser übergossen. Schnell erstarrt, dient sie den Rentierherden in der gleichförmigen weißen Steppe als Wegweiser.
12. Kenya. Bei den Kinangop werden abgeschobene Frauen als Puppen gekleidet und beim großen Neujahrsfest verbrannt. Daß dieser Ritus zur Touristenattraktion geworden ist, nimmt ihm viel von seinem ursprünglichen Zauber.

33 oberschlaue Fragen von Männern

1. Haben wir uns nicht schon mal irgendwo gesehen? 2. Sind Sie öfters hier?
3. Können Sie mir sagen, wie spät es ist? 4. Wo haben Sie denn diese schönen Augen her? 5. Na, sind Sie traurig?
6. Ist Ihre Schwester auch so hübsch?
7. Hast du zufällig Nähzeug da?
8. Warum sollen wir denn heiraten, es geht doch auch so? 9. Sehe ich eigentlich gut aus?
10. Ist es so richtig oder bin ich zu tief? 11. Bist du gekommen, ich meine, hattest du einen Orgasmus? 12. Wie war ich?
13. Und wie war Robert so?
14. Und was machen wir jetzt mit dem Kondom? 15. Bist du denn noch nicht müde?
16. Mußt du um diese Zeit mit Beziehungsproblemen anfangen? 17. Kommt jetzt wieder ein Vortrag?
18. Du kommst dir wohl sehr emanzipiert vor? 19. Kannst du auch ohne Hysterie darüber reden? 20. Hast du gerade deine Tage oder was?
21. Mußt du so schreien?
22. Weißt du eigentlich, daß du deiner Mutter immer ähnlicher wirst? 23. Wo hast du eigentlich kochen gelernt? 24. Kann es sein, daß du in letzter Zeit zugenommen hast? 25. Bist du irgendwann mal fertig?
26. Was hast du eben gesagt?
27. Soll ich dir das mal erklären?
28. Weißt du etwa immer noch nicht, was Abseits ist? 29. Na, was hast du wieder falsch gemacht? 30. Kannst du keinen Stadtplan lesen?
31. Hast du den eben nicht gesehen? Der kam von rechts! 32. Wann war noch mal dein Geburtstag?
33. Kannst du nicht mal wieder Sabine einladen?

Zwölf Kopfbedeckungen und die Männer darunter

"Als es am Abend kühl wurde, knüpfte er sein Schnupftuch zusammen und trug es auf dem Kopfe", schrieb ein Besucher über den dramatischen Dichter Friedrich Schiller. "Ein braver teutscher Mann", ließ hingegen Kaiser Wilhelm II. vernehmen, "trägt immer einen Hut." Diese Ansicht wird heute nicht mehr allgemein geteilt. Und doch wächst die Zahl der männlichen Kopfbedeckungen wieder. Hängt das damit zusammen, daß "die Männer verunsichert sind und sich verbergen wollen", wie die amerikanische Feministin Germaine Greer frohlockt? Oder liegt es nur an kalten Jahreszeiten? Was ist von der Vielfalt der Mützen und Kappen zu halten?

1. Prinz-Heinrich-Mütze: Darunter steckt ein trockener, kleiner Klarer aus dem Norden, ein tagsüber stocknüchterner Mann, der von Experimenten gar nichts hält. Und jede Veränderung ist für ihn ein Experiment. Er arbeitet in der Steuerbehörde oder in der Aufsicht über die Binnenschiffahrt und setzt seine Mütze sofort nach Büroschluß auf. Einer repräsentativen Befragung zufolge hat er den Eindruck, daß es meist regnet.

2. Sportmütze: Das preisgünstige Modell vom Grabbeltisch im volksnahen Modehaus wird vom grämlichen Rentner aufgelegt, wenn er von seiner Frau zum Spaziergang genötigt worden ist. Bei seriösen Anlässen trägt derselbe Herr gern einen alten Hut, in der Freizeit hält er sich jedoch für salopp. Die Mütze ist beigebraun wie seine Blousonjacke und seine dauerhafte Katerstimmung.
3. Baseballkappe: Unter ihr steckt ein Schüler. Wenn nicht, handelt es sich um einen Vater, der unbedingt als jung und sportlich durchgehen will. Meist trifft auf ihn das Gegenteil zu. Doch der erwachsene Baseballkappen-Träger möchte als lässig gelten und unterstreicht das noch durch originelle Ausdrücke wie "Cool", die er von seinen Kindern aufgeschnappt hat. Er fürchtet das Altwerden und hofft, daß die Kappe in Verbindung mit einem Haarwuchselixier hilft.
4. Baskenmütze: Dieses Modell, das einst Sartre und Groucho Marx trugen, wird von Männern bevorzugt, die sich für kultiviert halten. Oft sind es pensionierte Oberschullehrer mit humanistischer Bildung. Sie haben ein Abonnement an der Oper und brechen zum Einkaufen mit einer abgewetzten Aktentasche auf. Weil sie äußerlich wenig zu bieten haben, verbreiten sie die Behauptung, daß es auf innere Werte ankommt.
5. Folklore-Käppis aus Indien oder Afghanistan: Unter solchen fünf Zentimeter hohen Fez-Varianten mit bunten Stickereien und Spiegelelementen steckt immer ein aufstrebender Künstler. Er ist Nachtmensch, arm, ungewöhnlich begabt und mit originellen Ideen gesegnet. Solange das niemand weiß und niemand merkt und niemand ihm was Besseres kauft, trägt er sein Käppchen.
6. Seglerkappe: Die ist dunkelblau kariert oder khakifarben und sitzt auf einem blasierten jungen Mann. Er tritt forsch auf, um sich als kommende Führungskraft ins Gespräch zu bringen. Seine Freundin muß repräsentativ sein, genauso wie sein Auto und seine Sportart. Er weiß grundsätzlich Bescheid, ist sich nur noch nicht im klaren, worüber. Er mag es nicht, wenn jemand über ihn lacht. Was in seinem Fall besonders schwer zu vermeiden ist.
7. Sepplhut: Aus weiß-grauem Filz mit grünem oder dunkelroten Band ist dieses Modell stark im Aufwind, seit lokaler Alpenrock Furore macht. Es steckt also nicht immer ein Dorfdepp darunter, sondern häufig einer, der ganz vorn mitläuft und das Näschen im Trendwind trocknet. Er möchte auffallen und hat Riesenangst, für einen Spießer gehalten zu werden. Wir nähren diese Angst.
8. Russenmütze: Es gibt sie als Puschel-Muff mit Ohrenklappen. In dieser Form wird sie vom älteren Witwer getragen, der nach ausgebliebener Rentenerhöhung im Discountladen wühlt. Und es gibt sie als Schiffchen aus schwarzem Persianer. Darunter steckt ein Herr, der gern nach Osten blickt, weil seine Familie mütterlicherseits da mal ein Gut besaß. Oder weil von dort alsbald die anderen Mitglieder seiner Mafia nachkommen.
9. Zipfelmütze: In herkömmlicher Form dient sie Skifahrern. Wenn sie aber aussieht wie eine umgedrehte Socke mit breitem Wurmfortsatz oder wie eine eingeschrumpfte Kochmütze, dann steckt ein Raver oder Rapper darunter. Ein Hip-Hop-, House- und Tekkno-Fan. Er bedauert, daß er nicht in der Bronx geboren ist, und versucht, das durch schnödes Benehmen wiedergutzumachen.
10. Schiebermütze: Die Berliner Eckensteher-Mütze, die einst Emil und seine Detektive trugen, ist wieder schwer im Kommen. Sie wird schräg getragen. Darunter verbirgt sich in der Regel ein schwäbischer Student, der seine Provinz-Herkunft mit großstädtischen Allüren übertünchen will. Er hängt sehr an seiner Mutter. An Sommerabenden in der großen Stadt betrinkt er sich. Wenn er ganz locker ist, wirft er auch mal mit einer Flasche.
11. Der graue Hut: Junge Männer, die gerne Gentlemen wären, greifen auch schon mal zum Hut. Oder solche, die ihr Haar raspelkurz halten und frösteln. Vor allem aber solche, deren Haar schütter ist. Denn unter dem konventionellen Hut steckt meist ein älterer Herr, und zwar einer, der weiß, was sich gehört. Er liest eine konservative Zeitung und fährt so vorbildlich Auto, daß die anderen Fahrer ausrasten.
12. Die orangene Zipfelmütze: Vorsicht, ABC-Schütze! Falls erwachsen: Entführer eines ABC-Schützen, der ein wichtiges Indiz nicht rechtzeitig hat verschwinden lassen.

20 unwillkommene Tröstungen für Männer

1. Es kommt ja nicht so sehr auf das Aussehen an. 2. Macht nichts, ich verstehe auch nichts von Technik. 3. Mein Großvater hatte auch eine Glatze. 4. Ich möchte gar keinen Mann mit einem Traumkörper. 5. Du wirst eben auch älter.
6. Ich hatte auch den ganzen Tag Kopfschmerzen. 7. Wenn du deinen Bauch weghaben willst, mußt du weniger trinken. 8. Michael ist doch auch nicht befördert worden. 9. Der Beruf ist ja nicht alles.
10. Das macht doch nichts, das kann jedem passieren. 11. Wir können es ja morgen nochmal versuchen. 12. Es kommt gar nicht so sehr auf die Größe an. 13. Es kann nun mal nicht jeder ein Super-Liebhaber sein. 14. Du mußt das nicht persönlich nehmen. 15. Ich finde sowieso, man sollte Leistung nicht überbewerten. 16. Dafür hast du eben menschliche Qualitäten. 17. Er ist nur im Bett besser, sonst mag ich dich lieber. 18. Bis auf die letzten zwei Jahre war es eine ganz gute Zeit. 19. Du findest bestimmt eine, die besser zu dir paßt. 20. Wir können ja gute Freunde bleiben.

Sieben typisch männliche Geschäftsideen

Jedes Jahr zeichnet der Verband der Selbständigen und Jungunternehmer drei Geschäftsideen aus, die sich als originell und lukrativ erwiesen haben. Die stellvertretende Verbandsleiterin, Dagmar von Boddien, beklagt, daß immer Männer ausgezeichnet werden. Doch das ist vermutlich kein Zufall. Unter den jährlich rund 500 Bewerbern um die Auszeichnung sind durchschnittlich zehn Frauen. Frau von Boddien hat exklusiv für dieses Buch die erfolgreichsten Geschäftsideen der letzten Jahre zusammengestellt. "Männliche Geschäftsideen", schreibt sie, "haben für meinen Geschmack immer einen Hauch von Betrug". Mal sehen.

1. Der Vorsatz-Service. Der Kölner Sozialpädagoge Armin Wagner betreibt eine eigene Agentur, mit der er gute Vorsätze betreut. Wer sich zu dem Entschluß durchgerungen hat, nicht mehr zu rauchen, keine Süßigkeiten mehr zu essen, weniger zu trinken und dergleichen - der kann diesen Vorsatz zum Jahresanfang, zum Geburtstag oder sonst einem Datum per Telefonanruf bei Wagner eintragen lassen. Wagner ruft dann zurück, jeweils zum Monatsende. Der Kunde muß ihm nur ehrlich sagen, ob er durchgehalten hat oder wortbrüchig geworden ist. Hat er durchgehalten, spendet der Pädagoge Lob und Ermutigung. Wurde der Vorsatz gebrochen, forscht Wagner nach den Gründen. Hapert es an der Motivation? Gibt es Widerstände? Hier beginnt die eigentliche Dienstleistung. Und während der monatliche Kontrollanruf lediglich mit fünf Mark zu Buche schlägt, kommen bei der telefonischen Beratung oder beim Praxis-Gespräch echte Therapeuten-Honorare zustande.

2. Ethnologische Reinkarnationsforschung. Erfinder ist der Dresdner Geograph Herbert Weise. Im Januar 1995 annoncierte er zunächst in Szene-Blättern, im März geleitete er seine erste Gruppe durch das Dresdner Völkerkundemuseum. Von den dreizehn Klienten entdeckten gleich zwei, daß sie einst bei den Maori in Neuseeland gelebt hatten, ein weiterer gab sich als Inka zu erkennen, einer war Eskimo gewesen, ein anderer outete sich als Zulu. Weise ermittelt zunächst per Resonanzmethode, zu welchen Weltteilen seine Klienten eine Neigung verspüren, führt die Suchenden dann in die betreffende Abteilung und versetzt sie in eine induzierte Trance. Wenn sie dann wieder die Augen öffnen und sich umsehen, erkennen sie angesichts von Skulpturen oder Kostümen, rituellen Ggenständen, Mumien und Masken, wo sie in einer früheren Existenz gelebt haben. Weise erklärt selbst, er habe mit der Erfindung innerhalb von drei Jahren "genug Geld für mehrere Leben" eingenommen.

3. Der Stau-Designer. Der Hamburger Architekt Hanno Philippi hat sich auf großflächiges Design spezialisiert. Am Kamener Kreuz gelang es ihm und seinen Helfern zu Ostern 1997, einen Stau zu schaffen, der in jeder Richtung exakt gleich lang war, und bei dem sämtliche Auffahrten verstopft waren - ein bezauberndes Gesamtkunstwerk in Form eines langstieligen Kleeblattes. Vor allem aus der Luft gesehen, harmonierte es unvergleichlich mit der umgebenden Landschaft. Philippis Helfer sind an verkehrsreichen Tagen auf den Autobahnen unterwegs. Es genüge, wenn sie nur kurz das Bremspedal berühren, berichtet er, schon stockt hinter ihnen der Verkehr und kommt alsbald zum Erliegen. Den richtigen Zeitpunkt für das leichte Abbremsen zu finden oder per Funk das Signal dafür zu geben, darin besteht die Kunst des Staudesigners. Ohne genaues Timing wäre der berühmte Stau aus schwarzen, roten und gelben Autos am Hermsdorfer Kreuz nicht zustandegekommen, der sogenannte Deutschland-Stau am 17. Juni dieses Jahres. Der Verkauf der Luftaufnahmen erbringt ein Vielfaches des finanziellen Aufwands.

4. Der Ü-Wagen-Dienst. Der Münchener Autor Peter Bier erwarb 1996 einen ausgemusterten Übertragungs-Wagen des Bayerischen Fernsehens. Mit diesem Gefährt ist er seither täglich unterwegs. Zunächst gab er Annoncen auf in etlichen Provinz-Blättern: "Möchten Sie wie ein Star behandelt werden? Der angesehenste Bürger des Ortes sein? Soll man Sie in Läden, bei Doktoren und Handwerkern mit Hochachtung und Rabatt bedienen?" Das garantiert erfolgreiche Verfahren ist ebenso einfach wie wirksam: Bei interessierten Kunden parkt Bier seinen Ü-Wagen mit der Aufschrift VIP TV vor dem Haus. Er schultert eine leere Videokamera, nimmt ein altes Mikrofon in die Hand und schreitet die Stufen zur Haustür hinauf. Meist bewegen sich nun schon die Gardinen der Nachbarn. Nachdem er mit dem Kunden ("Ah, der Herr von Fernsehen!") anderthalb Stunden abgesessen hat, geht er wieder. Bei seiner Abfahrt ist in respektvoller Entfernung der halbe Ort versammelt. Der Kunde gilt von nun in seinem Ort als wichtig und bedeutend.

5. Die Liebesbrief-CD-Rom. Entwickelt vom Brandenburger Software-Spezialisten Werner Bölker, hat die Liebesbrief-CD-Rom innerhalb eines Jahres Bestseller-Auflagen erreicht. Sie ist speziell für Männer gedacht, die Bölker generell für "romantisch unterentwickelt und in Liebesdingen verzagt" hält. Die CD ermöglicht das Verfassen von Liebesbriefen in jeder gewünschten Stillage. Eingegeben werden müssen lediglich die Fakten, die im Brief vorkommen sollen. Alles Weitere erledigt das Programm nach Wunsch: Soll der Brief zart und behutsam klingen? Alltagssprachlich oder seriös? Eher vage oder lieber deutlich? Sentimental oder mit humorvollen Wendungen? Das Programm sieht für kühne Flirter auch einen "sexy" Stil vor und ist sogar in der Lage, "erotisierend" und "wollüstig" zu schreiben. Es verfaßt um Verzeihungen flehenden "Tut mir leid"-Briefe ebenso souverän wie unversöhnliche Abschiedsschreiben.

6. Die Internet-Therapie. Beim Stochern im World Wide Web fiel dem Oldenburger Psychologen Karl Grycz ein rasch sich ausbreitendes Suchtphänomen auf: Männliche User kommen von ihren nächtlichen Geisterfahrten auf der Datenautobahn nicht mehr los. Sie hängen stundenlang im Netz und ruinieren beim Blättern und Suchen ihr Konto, ohne irgendeinen Nutzen daraus zu ziehen. Grycz witterte Therapiebedarf - zu Recht. Er betreut mittlerweile rund 500 Klienten im deutschsprachigen Raum, und das ausschließlich über das Internet oder die gängigen Online-Dienste. Grycz geht vorwiegend nachts ins WWW. Sobald ihm auffällt, daß ein User mehr als drei Stunden im Netz bleibt, spricht er ihn via e-mail oder Diskussionsforum an und offeriert Hilfe. Der Internet-Süchtige muß nun per Tastendruck bestätigen, ob er pro Minute zwei Mark an Grycz abbuchen lassen will. Dann beginnt die therapeutische Dienstleistung, die fast alle Klienten als befreiend und erleichternd empfinden.

7. Der Wunder-Berater. Madonnen, die echte Tränen weinen, und Heiligenbilder, deren gemaltes Blut sich einmal im Jahr verflüssigt, haben ihn auf die Idee gebracht: den Frankfurter Wunder-Berater Georg Lülmann. "In jeder Wohnung, in jedem Kleingarten gibt es Möglichkeiten für Wunder", meint er. Diese Möglichkeiten auszukundschaften, sieht er als seine Aufgabe an. Von ihm stammen die Ideen zur mittlerweile berühmten Duisburger Statue, die mit den Augen rollt; zum Lübecker See-Gemälde, das am Jahrestag des Titanic-Untergangs zur Schräglage neigt und Meereswasser absondert; sowie zum Reutlinger Dornenstrauch, der zu Weihnachten blüht. Lülmann übernimmt technische Einrichtung und Promotion der Wunder und läßt sich dafür an den Eintrittsgeldern und Spenden prozentual beteiligen. Er hat seit 1994 über hundert populäre Wunder im deutschsprachigen Raum geschaffen, von denen allerdings erst 28 vom Vatikan anerkannt sind.

Pfeil