Der bitterböse Weihmachtsmann © Dietmar Bittrich 1999
Er sieht genauso aus wie der liebe gute Weihnachtsmann. Mit rotem Mantel, weißem Bart und
weißem Haar. Fast genauso. Irgendwie spürt man, daß er echter ist. Und tatsächlich ist er
der wahre Weihnachtsmann. Der böse Weihnachtsmann. Der, den es immer schon gegeben hat,
lange vor Kommerz und Kitsch. Jetzt ist er zurückgekommen, mit seiner Rute, seinen
Streichen, seinem Witz. Weihnachten ist eine Zeit, in der viel schiefgehen kann. Er sorgt
dafür, daß es auch wirklich schiefgeht. Er durchkreuzt die süßen Feiern. Mischt
Weihnachtsmärkte auf. Nietet Engel um. Stiftet Sängerknaben zu schrillen Tönen an. Bringt
Zoff ins Kindermärchen. Schmuggelt freche Verse in holde Gedichte und rauhe Bosheiten auf
liebe Grußkarten. Er füllt den Stollen mit gekochten Eiern und die Gans mit Halspastillen.
Er wirft Pakete in den Schornstein und vertauscht Geschenke. Die Kinder wundern sich. Die
Eltern noch mehr. Den Morgenmantel, den die Frau ihrem Liebhaber schenken wollte, überreicht
er ihrem Ehemann. Immer taucht er dort auf, wo es besonders feierlich zugehen soll. Klar,
daß er nebenbei die falschen Weihnachtsmänner entlarvt. In Wahrheit hat es nie einen anderen
als ihn, den bösen Weihnachtsmann, gegeben.

Dietmar Bittrich hat die Geschichte geschrieben, die wir immer schon erleben wollten. Die
etwas andere Weihnachtsgeschichte. Die schräge, die boshafte, die freche. Sie eignet sich
zum Vorlesen, zum Selberlesen - und obendrein zum Nachmachen. Am Ende erhält der Leser auch
noch ein Geschenk. Eine echte Überraschung. Mit bestem Gruß vom bösen Weihnachtsmann.
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